Plastik-Wahn und Recycling

Zero Waste ist lange kein unbekannter Begriff mehr und viel häufiger wird gegen Plastikverpackung um Bio-Gemüse „rebelliert“. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass zu vielen das Ausmaß von Plastik und die Dringlichkeit dieses Themas nicht bewusst ist.

Plastik in Deutschland

Viele meiner Freunde waren skeptisch, als ich das erste Mal erzählt habe, dass ich meinen Plastikmüll reduzieren möchte. Betrifft uns das denn überhaupt? In Deutschland gibt es doch Recycling! Meine Bemühungen schienen lächerlich und unangebracht. Verunsichert habe ich angefangen zu recherchieren. Hier möchte ich nur einen kurzen Einblick in ein riesiges Thema geben:

  • 37 Kilo Plastikmüll wird jährlich von jedem Deutschen produziert
  • nur ca 40% davon wird zu neuen Plastikprodukten verarbeitet – der Rest wird verbrannt (sofern der Müll es überhaupt ins Recycling schafft…)
  • 90% aller Menschen sind von Plastik im Blut betroffen (Quelle: Uni Bonn)
  • Körperpeelings können bis zu 90% Mikroplastik enthalten (Quelle: Frauenhofer Institut)

Plastik schadet nicht nur der Umwelt und den Lebewesen mit denen wir diesen Planeten teilen, sondern auch uns. Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor Schadstoffen, die von Kunststoffverpackungen an Lebensmittel abgegeben werden. Studien belegen Krankheiten, die im Zusammenhang mit solchen Substanzen stehen. Wir essen Plastik, wir atmen Plastik, wir tragen Plastik an unserer Haut und reiben es sogar durch unsere Kosmetik tief in die Poren ein.

Es sind also auch wir, die betroffen sind. Nur wird es leider viel zu selten wahrgenommen, nur weil wir keinen mit Müll übersäten Strand vor der Haustür haben, keine stinkende Mülldeponie und generell das Gefühl haben, dieses Recycling funktioniert ja ganz gut. Aber selbst wenn: Plastik schadet uns und unserer Umwelt, selbst wenn wir es recyclen. Und ist es nicht besser die Ursache für das Problem zu lösen und nicht nur das Problem durch Recycling bekämpfen zu wollen?

Plastik bekämpfen im Alltag

Deswegen möchte ich Plastik bekämpfen. Nach und nach, in kleinen Schritten will ich so viel davon loswerden und vermeiden, wie ich kann. An dieser Stelle möchte ich euch gerne ermutigen, ähnliches zu tun. Das heißt nicht, dass ich von jedem Menschen verlange auf Zero Waste umzusteigen, oder sofort auf die Lieblings-Gummibärchen zu verzichten. Jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten eine Veränderung schaffen. Du musst nicht alles perfekt machen, um einen Unterschied zu machen. Nur wenn jeder denkt er selbst könne es nicht schaffen – dann wird das tatsächlich nie was.

Also hab den Mut! Such dir ein paar kleine Punkte aus, die du gut umsetzen kannst und leg los!

Meine Anfänge und Tipps für Jedermann

  • Nimm zum Einkaufen einen Jute-Beutel mit
  • Schau mal nach, vielleicht gibt es in deiner Stadt sogar einen Unverpackt-Laden den du ab und an besuchen kannst! 🙂
  • Trinke Leitungswasser und verzichte auf Plastikflaschen
  • Du hast Hunger und willst dir unbedingt schnell was beim Asia-Imbiss ums Eck kaufen? Nimm doch einfach ne Tupperdose mit
  • Kein Coffe to go aus Plastikbechern mehr
  • Kaufe frisches Gemüse und Obst auf dem Markt (ohne Verpackung) oder achte darauf im Supermarkt lose Ware zu kaufen
  • Achte auf Nachhaltigkeit – musst du dir wirklich direkt einen neuen Toaster kaufen, oder kannst du vielleicht deine Familie fragen ob jemand einen übrig hat der keine Verwendung mehr findet? So sparst du nicht nur die Verpackung sondern auch die Produktion und ganz nebenbei auch Geld.
    Es gibt auch viele Gruppen online, in denen du Sachen weitergeben kannst, die du selbst einfach nicht mehr brauchst.
  • Für Frauen: eine Menstruationstasse, statt o.b.s oder Binden. Fand ich am Anfang auch eine komische Vorstellung, aber mittlerweile kann ichs mir nicht anders vorstellen! Ich fühle mich dadurch auch einfach wohler, habe weniger Krämpfe und ein besseres Gefühl für mich und meinen Körper

Habt ihr auch noch Tipps die sich im Alltag ganz leicht umsetzen lassen?

Versucht doch mal ein Gefühl für euren „Plastikkonsum“ zu bekommen und achtet einfach darauf, wie viel da so anfällt.

2 Antworten auf „Plastik-Wahn und Recycling“

  1. super tolle Tips, die MensCups finde ich auch ganz klasse. Ansonsten habe ich meine paar Glasflaschen und Metalldosen, da kommt dann alles für unterwegs rein. Alternativ kommt Obstsalat, etc. in ausgespülte Gläser.

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